Vom Joghurt bis zum Waschmittel

A. Ebbecke Verfahrenstechnik AG öffnet Werk in Schöneck für Leser des Hanauer Anzeigers.

Es war gar nicht mal so leicht, den Weg zum Gelände der Firma Ebbecke zu finden, scherzen die mehr als 20 Leser des HANAUER ANZEIGER, die sich an diesem Tag zu einer exklusiven Führung in Schöneck eingefunden haben. Doch nun umrunden die Teilnehmer die vier Mitarbeiter des Unternehmens und warten gespannt, was sie heute zu sehen bekommen. Etwas versteckt hinter einem Feldweg erstreckt sich das 67 000 Quadratmeter große Gelände, auf dem die Firma Ebbecke verfahrenstechnische Projekte realisiert.

In dem HA-Wirtschaftsmagazin „Wirtschaft an Main und Kinzig“ hatte der Verlag die Leser zu dem Blick hinter die Kulissen eingeladen. Ebbecke bearbeitet sämtliche Arten von Pulvermaterial und bereitet Produkte unter anderem für die Großchemie vor. Die Firma arbeitet als Dienstleister für mehrere 100 Kunden, in Schöneck werden Materialien mit verschiedenen Technikanlagen gesiebt, gemischt oder auch gemahlen. „Wir bereiten die Produkte so auf, wie der Kunde sie gerne hätte“, erklärt Tim Holzner.

Er ist im Unternehmen für den Verkauf zuständig und leitet eine der beiden heutigen Führungen auf dem ehemaligen Militärareal. Der 29-jährige Kaufmann ist bereits seit zwölf Jahren für die Firma tätig. Der Standort Schöneck ist seit dem Jahr 2005 in den Händen der Firma, zusätzlich gibt es noch Werke in Bruchköbel und Burbach. Rund 120 Mitarbeiter arbeiten für das mittelständische Unternehmen, das seit mittlerweile 17 Jahren besteht. Die Vorfreude auf die Führung ist bei den Lesern groß:„Wir haben uns immer gefragt, was hier eigentlich passiert“, erzählen sie. Riesige Hallen erstrecken sich über das weitläufige Gelände. Holzner führt seine Gruppe von Halle zu Halle und beantwortet geduldig die Fragen der interessierten Besucher.

Zu Beginn der Führung gewährt er Einblick in den Bereich der Produktveredelung, einem Spezialgebiet
der Firma. Zurzeit werden dort Lichtschutzfaktoren verarbeitet und kristallisiert. „Eigentlich war jedes Produkt mal Pulver“, erklärt Holzner. Anschließend zeigt er das Mischwerk, ein großer Bereich mit drei Trichtern, in denen flüssige Stoffe mit festen Stoffen vermischt und anschließend zu Pulver verarbeitet werden. Holzner veranschaulicht das Erklärte immer wieder mit Proben, die er den Lesern zeigt: „Wir arbeiten hier mit Pulverstoffen, die fünf Mikrometer haben. Diese Stoffe sind so klein, die können Sie überhaupt nicht mehr spüren.“ Solche Stoffe kommen beispielsweise in Lebensmitteln, wie Joghurts vor, andere in Waschmitteln oder Weichspülern. Um all diese Prozesse zu prüfen und zu kontrollieren,
gibt es das Labor. „Hier finden Analysen unserer Stoffe statt. Wir schauen, wie groß Partikel sind und messen pH-Werte“, erklärt Holzner. Zum Abschluss der Führung bringt der 29-Jährige die Gruppe in den Hygienebereich der Firma.

In den Hallen dieses Bereichs herrscht ein 24-facher Luftaustausch, das bedeutet, es wird unter Reinraumbedingungen gearbeitet, vergleichbar mit einem OP-Saal. In Zukunft werden in diesen Hallen Babynahrung und Ergänzungsmittel hergestellt, im Moment ist man allerdings noch in der Testphase. So soll das Unternehmen weiterhin wachsen, Platz gibt es jedenfalls noch genug auf dem Gelände in Schöneck. Die Leser nehmen viel mit und haben auf jede Frage eine Antwort erhalten. Und so machen
sie sich nach fast zwei Stunden Blick hinter die Kulissen mit ihren vielen neu gewonnenen Kenntnissen auf den Heimweg.

(Quelle: Hanauer Anzeiger vom 20.Juli 2019)

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