Terroranschlag in Hanau
Wirtschaft in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis bekennt sich zu unserer freien Gesellschaft

„Die Wirtschaft in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis ist über den schrecklichen Anschlag, der auch Mitgliedsunternehmen getroffen hat, erschüttert. Ich persönlich bin es auch“, äußert sich Dr. Norbert Reichhold, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, zum Terroranschlag in Hanau. Reichhold, der sich am Donnerstag mit dem IHK-Präsidium getroffen hatte, äußerte weiterhin: „Wir trauern mit den Hinterbliebenen und hoffen auf baldige Genesung der Verletzten.“

Die Mitglieder des IHK-Präsidiums zeigten sich besorgt: Die Unternehmen der Region beschäftigen Mitarbeiter aus der ganzen Welt. Wenn die Angst vor weiteren Anschlägen die Belegschaften lähmt, haben Feinde einer offenen Gesellschaft ein leichtes Spiel. „Dazu darf es nicht kommen! Dieser Anschlag trifft nicht nur Hanau!“, warnt Reichhold. Vor diesem Hintergrund ruft der IHK-Präsident alle Unternehmen auf, sich sichtbar für eine freie Gesellschaft in unserem Land einzusetzen. Diesem Aufruf schließen sich die Kreishandwerkerschaften Hanau und Gelnhausen sowie der Gesamtverband der Arbeitgeber Osthessen ausdrücklich an.

Gemeinsam regen sie an, dass alle Unternehmen ihre Flaggen – häufig handelt es sich um Firmen-Fahnen – demonstrativ für eine Woche auf halbmast setzen. Diejenigen Unternehmen, die dazu bereit sind, sind eingeladen, in der kommenden Woche Fotos davon oder auch von Gedenkmomenten mit ihren Mitarbeitern an die IHK zu senden unter info@hanau.ihk.de. Die IHK wird die ihr zur Verfügung gestellten Bilder auf ihrer Homepage unter www.hanau.ihk.de und in den sozialen Medien veröffentlichen.

Reichhold hatte sich bereits im Sommer sehr deutlich gegen die „immer offener gezeigte Fremdenfeindlichkeit, um nicht zu sagen Menschenfeindlichkeit“ geäußert. Er fordert alle Unternehmen und ihre Mitarbeiter auf, sich jetzt auch angesichts der Gefahr von Nachahmern klar und deutlich zu positionieren: „Ich denke, es ist an der Zeit, dass jeder von uns an seinem Platz deutlich dafür eintritt, wofür er steht – und zwar nicht in Sonntags- oder Jahresempfangsreden, sondern im Alltag. Es geht um beides: Um unser Land und um unsere freie Gesellschaft.“