Was Kultur- und Sportförderung mittelständischen Firmen bringen

Für das sechste Unternehmerfrühstück des HANAUER ANZEIGER ging es auf den Gelben Berg nach Kilianstädten. Dort empfing Unternehmer Axel Ebbecke an seinem Schönecker Unternehmensstandort mehr als 80 Gäste, die der Einladung unseres Verlags gefolgt waren. Mit dem Hauptsponsor der Basketballmannschaft Ebbecke White Wings wurde unter anderem über Sponsoring mittelständischer Unternehmen diskutiert.

Die Basketballmannschaft der Ebbecke White Wings

reiste am gestrigen Mittwoch auf den Gelben Berg nach Kilianstädten. Nicht etwa für ein Spiel, sondern weil am Schönecker Standort ihres Hauptsponsors, der Ebbecke Verfahrenstechnik AG, das sechste Unternehmerfrühstück des HANAUER ANZEIGER stattfand. Dort sollte es um das Thema gehen, was Sponsoring mittelständischen Unternehmen bringen kann. Die Spieler unterstützten dies mit ihrer Präsenz. Unter dem Titel „Wirtschaft meets . . . Sport, Kultur und Gesellschaft“ moderierten die stellvertretende HA-Chefredakteurin Yvonne Backhaus-Arnold und Redakteurin Monica Bielesch vor mehr als 80 interessierten Zuhörern die Gesprächsrunde mit Gastgeber Axel Ebbecke, dem Geschäftsführer der White Wings, Sebastian Lübeck, dem Betriebsleiter der Mercedes Benz Niederlassung Hanau, Stefan Scheuermann, sowie der Leiterin Kommunikation von Evonik Hanau, Silke Wodarczak. Axel Ebbecke erläuterte, warum sich sein Unternehmen für die Unterstützung und Namensgebung der White Wings entschieden hat, schließlich hat die Firma keine Kunden im Konsumentenbereich, die er damit von sich überzeugen könnte. Ebbecke Verfahrenstechnik produziere für internationale Großkonzerne und mache relativ wenig Werbung. „Wir agieren global, doch wir fühlen uns lokal verpflichtet“, erklärte der Firmengründer.

Ebbecke-White-Wings-Geschäftsführer Sebastian Lübeck

erläuterte, was das Sponsoring neben der finanziellen Ausstattung bringt. „Es ist natürlich die Basis für unsere gesamte Tätigkeit. Wir sehen unsere Geldgeber aber nicht klassisch als Sponsoren, sondern als Partner“, sagte er. Die Partner würden dann bei eigenen Projekten unterstützt. „Und natürlich kann man regelmäßig das Spiel genießen. Für Spannung ist immer gesorgt“, warb Lübeck. Evonik bringt man auch mit einer Ballsportart in Verbindung. Der Konzern sponsert den Fußballklub Borussia Dortmund. Der Hanauer Standort kann darüber hinaus selbst entscheiden, wo er sich engagiert. Unter anderem gibt es in Zusammenarbeit mit dem HA die Evonik Kinderuni. „Wir fördern in drei Bereichen: Bildung, Kultur und Soziales“, erklärte Wodarczak. Einerseits freue das die Mitarbeiter und mache sie stolz. Andererseits gehöre es zum Selbstverständnis des Großkonzerns, sich gesellschaftlich zu engagieren. „Sponsoring steigert den Bekanntheitsgrad. Das hilft natürlich auch, wenn man Fachkräfte auf sich aufmerksam machen möchte“, so Wodarczak. Im Bereich Kultur engagiert sich die Mercedes-Niederlassung in Hanau. Sie ist seit vielen Jahren Hauptsponsor der Brüder-Grimm-Festspiele. „Was haben Sie von dieser Zusammenarbeit?“, wollte Yvonne Backhaus-Arnold von Stefan Scheuermann wissen. „Wir wollen den Menschen in der Region etwas zurückgeben. Mit einer kulturellen Veranstaltung wie den Festspielen gelingt das sehr gut“, betonte Scheuermann. Der Einsatz eines Cabrios als Kutschen-Ersatz bei einem der Stücke sei natürlich ein toller Auftritt für die Marke gewesen. „Bessere Werbung gibt es gar nicht“, sagte Scheuermann. Im zweiten Teil des Vormittags ging es um das Thema „Wirtschaft macht Schule“ am Beispiel der Beruflichen Schulen in Gelnhausen, die größte ihrer Art in Hessen. 32 Ausbildungsberufe werden dort unterrichtet.

„Damit unsere 3600 Schüler auch wirklich auf dem neuesten Stand der Technik sind, brauchen wir gesponserte Geräte“, erklärte Schulleiter Hartmut Bieber. Dem Förderverein der Schule haben sich 40 Industrieunternehmen angeschlossen, damit ihre Lehrlinge gut ausgebildet werden können. Ebenso bei der Fortbildung der Lehrkräfte sei man auf Unterstützung der Wirtschaft angewiesen. „Pro Vollzeitstelle stehen im Jahr 40 Euro zur Verfügung. Eine Weiterbildung kostet aber um die 1000 Euro“, berichtete Bieber. Über einen Unternehmerworkshop am Lichtenberg Oberstufengymnasium Bruchköbel für Zwölftklässler informierte noch einmal Axel Ebbecke. „Viel zu wenig junge Leute machen sich selbstständig. Das Alter ist genau richtig, um die Schüler an das Thema ranzuführen“, so Ebbecke. Die Vortragsserie des Lions Clubs Main-Kinzig Interkontinental gebe es bereits sei einigen Jahren. „Kann ich einen Kredit kriegen?“ oder „Ist Selbstständigkeit vereinbar mit der Familienplanung?“ seien beispielsweise Fragen, die junge Menschen interessierten. Redakteurin Monica Bielesch schlug vor, das Modell auch an den Beruflichen Schulen in Gelnhausen auszuprobieren, und startete damit zum nächsten wichtigen Teil des Unternehmerfrühstücks dem Netzwerken. Im Anschluss an die Gesprächsrunde konnten die Gäste weiter diskutieren.