Die Jury und die jungen Kreativen (von links): Marc Oliver Jung (Sparkasse Hanau), Rene Zerbes, Baris Celik, Rinor Kqiku, Melissa Scholz, Bahar Amini, Selina Klink, Jonas Diesberger, Heidi
Bär (Lions Club), Kursleiter Ralf Rosenmaier und Schulleiter Ingo Wintermeyer. Vorne kniet Unternehmer und Juryleiter Axel Ebbecke (Lions Club). Quelle: Hanauer Anzeiger vom 07.03.2020

LOG: Projekt „We Are Design“ gewinnt Gründer-Wettbewerb der Lions

Bruchköbel – Seit 2011 veranstalten der Lions Club Main-Kinzig Interkontinental und das Lichtenberg-Oberstufengymnasium gemeinsam einen Wettbewerb, bei dem Zwölftklässler des Leistungskurses Politik und Wirtschaft projektbasiert eine Unternehmensgründung planen. Das diesjährige Gewinner Team um Baris Celik, Jonas Diesberger, Louisa Ebert und Selina Klink entwarf einen Businessplan für eine zu gründende Virtual Reality-Software-Firma namens „We Are Design“. Am Donnerstag prämierte eine Jury die drei von Kursleiter Ralf Rosenmaier eingereichten Projekte.

Hierzu präsentierten die Schüler ihre konzipierten Businesspläne dem Juryvorsitzenden Axel Ebbecke, sowie Heide Bär (beide Lions Club Main-Kinzig Interkontinental), Marc Oliver Jung (Sparkasse Hanau) und Ingo Wintermeyer, dem Schulleiter des Lichtenberg-Oberstufengymnasiums. Gefragt nach den Urteilskriterienerläutert Heide Bär, von 1999 bis 2011 selbst Leiterin des Gymnasiums: „Zum einen wird die Idee und die Machbarkeit bewertet, zum Anderen die Frage der Umsetzung.“ Das Siegerprojekt „We Are Design“ punktete gemäß Chef-Juror Ebbecke aufgrund der Vorteile, die es dem Immobilienbereich biete und die dieser Markt wiederum dem erdachten System bieten würde. Die Grundidee der vier Schüler ist, virtuelle Realität und Simulation für den An- und Verkauf von Immobilien zu nutzen.

Begonnen hat das Projekt für den Kurs von Lehrer Rosenmaier bereits Anfang des laufenden Schuljahres mit Experten Vorträgen von Mitgliedern des Lions Clubs und Angestellten der Sparkasse Hanau, welche auch die Prämien stiftete.
Im Unterschied zum gewöhnlichen Unterricht sei es interessant, wie sich die Schüler eigenständig einbringen könnten, berichtet Rosenmaier aus didaktischer Sicht. Weil das Projekt als „Klausur-Ersatzleistung“ gilt, bringt es auch hinsichtlich des Fortschritts Richtung Abitur für die Schüler Vorteile. Das Ziel des Lions Clubs bei diesem kooperativen Projekt sei, jungen Leuten die Möglichkeit zu geben, zu durchdenken, wie man ein Unternehmen gründe, so Bär. Dass es dabei sehr viel zu bedenken gibt, wurde in den Fragerunden nach den Präsentationen der Schüler deutlich, in denen die Jury jeweils konstruktiv Kritik übte. Gerade bei den finanztechnischen Themen fand sie kleinere und größere Fehler. „Ist halt nicht ganz trivial, was eine Finanzplanung angeht,“ merkte Sparkassen Abteilungsdirektor Jung an. Auch Unternehmer Ebbecke, der die Ebbecke Verfahrenstechnik GmbH leitet, erkannte beim Überblicken der
Zahlen recht schnell, wenn etwas nicht passte.

Im Gespräch mit Rinor Kqiku, Sprecher des schlussendlich zweitplatzierten elektrotechnischen Projektes „Smartphone Revolution“, das er mit Marlon Laubach und Mickias Teklu entwickelt hat, betont er: „Das ist keine Kritik. Nehmen Sie das als Anregung an.“ Und genau darum geht es letztlich auch, wie die Schüler wissen. Sie finde es übereinstimmend positiv, dass sich im Zuge des Projekts die Chance ergab, Feedback von Experten bekommen zu können. „Das Projekt hat einen Einblick gegeben wie es ist, sich selbständig zu machen,“ ergänzt Bahar Amini. Sie erreichte gemeinsam mit Fatima Bulih, Melissa Scholz und Rene Zerbes mit der Idee „Productive Payment“ – einer Art Sozialem Netzwerk zum gemeinsamen Lernen für die Schule – den Dritten Platz.

Bei der abschließenden Prämierung ging Axel Ebbecke auch auf die inhaltliche Entwicklung der fortwährenden Kooperation des Lions Clubs mit dem Lichtenberg-Oberstufengymnasiumein. „Die Qualität der Businesspläne ist besser
geworden. Man sieht, die Schüler haben sich intensiv beschäftigt. Alle drei Pläne haben Potenzial,“ bilanzierte er. Schulleiter Wintermeyer freut sich über die Fortführung und verweist darauf, dass ohne derartige Projekte den Schülern in Sachen Berufsorientierung nur das eher abstrakte Angebot der einmal wöchentlich stattfindenden Berufsberatung zur Verfügung stehen würde.